Sustainability

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Ressourcen schonen
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Nun ist es soweit. Im Chemiepark Knapsack bei Köln ist der Spatenstich für den Bau einer neuen Recyclinganlage erfolgt. Diese Anlage wird nach Ablösen der Papierfasern das Folien-Gemisch aus Polyethylen (PE) und Aluminium (Al) sowie die Kunststoff-Verschlüsse trennen und stofflich verwerten.


Jetzt holen wir uns den Rest:
PE-Aluminium-Recycling gebrauchter Getränkekartons

Bisher wurden über drei Millionen Tonnen Getränkekartons in Deutschland stofflich verwertet. Die zurückgewonnenen Zellstofffasern haben eine deutlich höhere Faserlänge und bessere Festigkeitseigenschaften als die meisten anderen Altpapiere und eignen sich daher für die Herstellung stabiler Wellpappenverpackungen.

Nach dem Ablösen der Papierfasern fallen in der Papierfabrik Reststoffe an. Diese bestehen überwiegend aus einem Folien-Gemisch aus Polyethylen (PE) und Aluminium (Al) sowie Polyethylen hoher Dichte (HDPE), das von den Verschlüssen stammt. Dieses sogenannte Rejekt wird bislang überwiegend in Zementfabriken thermisch verwertet. Die Verwertung der Folienreste nehmen die Hersteller von Getränkekartons nun jedoch selbst in die Hand. Dazu wurde die Palurec GmbH als 100%-ige Tochter des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN) gegründet, welche in den Bau einer Verwertungsanlage investierte. Mit Inbetriebnahme dieser Anlage werden alle eingesetzten Materialien in Kreisläufe zurückgeführt; die Recyclingfähigkeit von Getränkekartons steigt auf weit über 90%.

Palurec – Warum?

Niedrige Primärkunststoff-Preise stellen die Hersteller von Kunststoff-Rezyklaten vor besondere Herausforderungen: Nachdem sich bereits verschiedene Anlagenkonzepte in der Praxis nicht langfristig etablieren konnten, hat sich die Palurec GmbH zum Ziel gesetzt, auch in einem schwierigen Marktumfeld, marktfähige Sekundärrohstoffe zu erzeugen.

Palurec - Key Facts

Palurec Logo
Gründung Dezember 2017
Gesellschafter Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN)
Standort Chemiepark Knapsack bei Köln
Baubeginn Juli 2018
Inbetriebnahme Frühjahr 2020
Investment 8 Mio €
Kapazität 18.000 to (1. Ausbaustufe)
Mitarbeiter 25
Projektentwicklung KDVW GmbH & Co. KG Bielefeld
Realisierung WIPA WERKZEUG- UND MASCHINENBAU GMBH, Stadtlohn MH Immobilien Betriebs GmbH & Co. KG, Herschbach

Wer ist der FKN?

Logo FKN

Der 1981 gegründete Verband mit Sitz in Berlin vertritt die gemeinsamen Interessen der Hersteller von Getränkekartons: Ihm gehören die Unternehmen SIG Combibloc, Tetra Pak und Elopak an.
Sie vereinen ca. 95% der in Deutschland vertriebenen Getränkekartons und sind seit dem Start des Dualen Systems maßgeblich am Aufbau und der Weiterentwicklung der Recycling-Infrastruktur für gebrauchte Getränkekartons beteiligt. Zu diesem Zweck wurde bereits 1991 die ReCarton GmbH gegründet, die als Dienstleister der dualen Systemgesellschaften die Vermarktung und Logistik gebrauchter Getränkekartons aus Haushaltssammlungen organisiert.


Getränkekarton Recycling – so funktioniert´s


Verwendung der Sekundärrohstoffe

Papierfasern
Der bei der Papieraufbereitung erzeugte Faserstoff aus gebrauchten Getränkekartons ist qualitativ hochwertig. Die mittlere Faserlänge liegt bei 1,55 mm. Zum Vergleich: Wellpappen 1,15 mm, graphisches Altpapier 0,99 mm. Soweit in der Papierfabrik nicht alle Fasern von den Folien getrennt wurden, werden diese im Prozess der Palurec-Recyclinganlage durch Waschen abgelöst und stehen als Rohstoff zur Verfügung.

LDPE
Das Polyethylen niedriger Dichte ist für Spritzgussanwendungen, für die Herstellungvon Folien oder Beimischungen geeignet.

HDPE
Das Hart-Polyethylen kann nach der Reinigung in HDPE-Anwendungen (Non-Food) eingesetzt werden.

Aluminium
Eignet sich als Beimischung für Gussteile oder als Zuschlagstoff in der Farben- und Baustoffindustrie.


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