Nachhaltigkeit

Meilenstein im Getränkekarton-Recycling

Am 29. April wurde die Palurec Recyclinganlage im Chemiepark Knapsack bei Köln offiziell eröffnet. Damit bricht ein neues Recycling-Zeitalter für den Getränkekarton an. Denn mit Inbetriebnahme dieser hochmodernen Anlage, die nach Ablösen der Papierfasern das Folien-Gemisch aus Polyethylen (PE) und Aluminium (Al) sowie die Kunststoff-Verschlüsse trennt und stofflich verwertet, steigt die Recyclingfähigkeit unserer Verpackung auf weit über 90 Prozent!

Jetzt holen wir uns den Rest: PE-Aluminium-Recycling gebrauchter Getränkekartons

Bisher wurden über drei Millionen Tonnen Getränkekartons in Deutschland stofflich verwertet. Die zurückgewonnenen Zellstofffasern haben eine deutlich höhere Faserlänge und bessere Festigkeitseigenschaften als die meisten anderen Altpapiere und eignen sich daher für die Herstellung stabiler Wellpappenverpackungen.

Nach dem Ablösen der Papierfasern fallen in der Papierfabrik Reststoffe an. Diese bestehen überwiegend aus einem Folien-Gemisch aus Polyethylen (PE) und Aluminium (Al) sowie Polyethylen hoher Dichte (HDPE), das von den Verschlüssen stammt. Die Verwertung dieses sogenannten Rejekts nehmen die Hersteller von Getränkekartons nun selbst in die Hand. Dazu gründeten sie 2017 die Palurec GmbH als 100%-ige Tochter des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN), welche in den Bau einer Verwertungsanlage investierte. Knapp drei Jahre Bauzeit sind vergangen und rund acht Millionen Euro haben die Unternehmen Elopak GmbH, SIG Combibloc GmbH und Tetra Pak GmbH & Co.KG in den Neubau investiert. Eine Investition, die sich auszahlt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn aus den Reststoffen des Getränkekarton-Recyclings werden mit Palurec marktfähige Sekundärrohstoffe erzeugt. Das schont wertvolle Ressourcen, der Wertstoffkreislauf schließt sich.

Video zur Palurec Recyclinganlage

In 1,5 Jahren zur fertigen Palurec-Anlage

Palurec – Warum?

Palurec - Key Facts

Palurec Logo
Gründung Dezember 2017
Gesellschafter Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN)
Standort Chemiepark Knapsack bei Köln
Baubeginn Juli 2018
Inbetriebnahme Frühjahr 2020
Investment 8 Mio €
Kapazität 18.000 to (1. Ausbaustufe)
Mitarbeiter 25
Projektentwicklung KDVW GmbH & Co. KG Bielefeld
Realisierung WIPA WERKZEUG- UND MASCHINENBAU GMBH, Stadtlohn MH Immobilien Betriebs GmbH & Co. KG, Herschbach

Wer ist der FKN?

Logo FKN

Der 1981 gegründete Verband mit Sitz in Berlin vertritt die gemeinsamen Interessen der Hersteller von Getränkekartons: Ihm gehören die Unternehmen SIG Combibloc, Tetra Pak und Elopak an.

Sie vereinen ca. 95% der in Deutschland vertriebenen Getränkekartons und sind seit dem Start des Dualen Systems maßgeblich am Aufbau und der Weiterentwicklung der Recycling-Infrastruktur für gebrauchte Getränkekartons beteiligt. Zu diesem Zweck wurde bereits 1991 die ReCarton GmbH gegründet, die als Dienstleister der dualen Systemgesellschaften die Vermarktung und Logistik gebrauchter Getränkekartons aus Haushaltssammlungen organisiert.

Und wie geht’s weiter?

Derzeit laufen sowohl die Zertifizierung der Palurec-Anlage als auch das Antragsverfahren bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR), deren Mindeststandard den Maßstab für die Ermittlung der Recyclingfähigkeit setzt.

Ob es weitere Palurec-Anlagen geben wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Zum Beispiel, welche Erfahrungen mit der Anlage gemacht werden, wie sich die Nachfrage auf dem Rezyklat-Markt entwickelt und in welchem Umfang sich Unternehmen aus der Recyclingwirtschaft engagieren. Anfragen von Papierfabriken aus ganz Europa zeigen jedenfalls aktuell ein großes Interesse an stofflichen Verwertungslösungen.

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