Wertstoffkreisläufe schließen: Innovationen im Flüssigkeitskarton-Recycling
Aus alt mach neu – Der Flüssigkeitskarton ist mehr als nur Abfall
In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf das Recycling von Flüssigkeitskartons und erklären, wie daraus wertvolle Sekundärrohstoffe zurückgewonnen werden. Wir stellen zudem drei innovative Unternehmen vor, die in der Recyclingbranche von Flüssigkeitskartons neue Maßstäbe setzen und blicken mit dem Experten Michael Brandl in die Zukunft des Recyclings.
Ein Verbund wertvoller Rohstoffe

70 bis 80% Karton

20 bis 25 % Kunststoff

0 bis 5% Aluminium

Bei den deutschen Verbrauchenden liegt Mülltrennung voll im Trend

Recycling von Flüssigkeitskartons in Deutschland
Erreicht wurde dies aufgrund der zahlreichen Aktivitäten der Flüssigkeitskartonhersteller. Neben der Förderung innovativer Verwertungsverfahren konnte die Erfassung und Sortierung sowie das Recycling von gebrauchten Flüssigkeitskartons verbessert werden.
Schon seit mehr als 30 Jahren werden die Kartonfasern in deutschen Papierfabriken aufbereitet. Auch für die Polyethylen-Aluminium-Anteile (PolyAl) gibt es mit der Palurec-Anlage in Hürth seit 2021 erste Verwertungskapazitäten in Deutschland. Gemeinsam mit der Jahreskapazität der kürzlich eröffneten Recyclinganlage von Saperatec kann so die gesamte deutsche Jahresmenge für das PolyAl-Recycling abgedeckt werden.
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Flüssigkeitskarton Recycling - So funktioniert's



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Welche Technologien und Innovationen sehen Sie als wegweisend für die Zukunft des Recyclings der Papierfasern und des PolyAl-Gemischs?
Michael Brandl: Die Hersteller von Flüssigkeitskartons kümmern sich seit über 20 Jahren um ein hochwertiges Recycling. Angefangen bei der Sammlung über Sortierung bis zur Rückgewinnung der wertvollen Materialen wie Papierfaser, Polyolefine und Aluminium. Die spezialisierten Papierfabriken haben dabei ständig ihre Aufbereitungstechnologien weiterentwickelt, um hohe Faserausbeuten bei möglichst geringem Einsatz der Produktionsmittel zu erreichen. Insoweit sind wir hier bereits auf einem sehr hohen Niveau. Einen echten Innovationsschub erleben wir derzeit beim noch jungen Recycling der Nicht-Faser-Anteile (PolyAl): Unterstützt von den Herstellern von Flüssigkeitskartons haben sich verschiedene mechanische, physikalische und lösemittelbasierte Technologien entwickelt, die das PolyAl für diverse Anwendungen für Recyklate ermöglichen. Die täglichen Erfahrungen in der Verarbeitung werden unmittelbar in Weiterentwicklungen und Verbesserungen gesteckt, damit für alle Nachfragen maßgeschneiderte Lösungen angeboten werden können. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten reicht bereits von Spritzgußanwendungen bis hin zur Folienherstellung. Aufgrund der wachsenden Verfügbarkeit von Inputmaterial durch die Zunahme des Recyclings von Flüssigkeitskartons, steigt auch das Interesse an diesem Rohstoff und damit auch die Innovationskraft. Ziel ist es, Produkte anbieten zu können, die in vielen Bereichen der Kunststoffanwendungen fossile Rohstoffe durch Recyklate aus PolyAl ersetzen. Da wird noch einiges an Verfeinerungen und Verbesserungen, auch im ökologischen Sinne, kommen.
Wie kann das Konzept der Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt und umgesetzt werden, um die Nachhaltigkeit in der Industrie zu fördern, und welche Rolle spielt dabei das Recycling?
Michael Brandl: In der Abfallhierarchie spielt das Recycling eine zentrale Rolle, um auch den Nachhaltigkeitsgedanken auf möglichst viele Bereiche ausweiten zu können. Dabei bedeutet eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft auch, dass das Prinzip Material zu Material (und nicht zwingend Produkt zu Produkt) ökologisch wertvoll ist. Der ökologische Nutzen resultiert nicht ausschließlich aus den eingesetzten Materialen, sondern deren Bedeutung für den Inhalt, den Konsumenten und die Transportwege (Stichwort Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelverderb). Und selbstverständlich sollte dann die Art und Zusammensetzung der Materialien für die Prozesse des Recyclings entlang der Wertschöpfungskette geeignet sein. Dafür hat unsere Industrie „Design for Recycling Guidelines“ entwickelt und wird demnächst ein komplettes „Recyclability Assessment Protocol“ vorstellen.
Welche Auswirkungen wird die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) auf das Recycling von Flüssigkeitskartons haben?
Michael Brandl: Mit der PPWR wurden neue und sehr ambitionierte Vorgaben hinsichtlich der Recyclingfähigkeit einer Verpackung (mind. 70% bis 2030) und der Rückführung der Verpackungsmengen in den Wiederverwertungsprozess (EU-weit 55% bis 2035) festgelegt. Ansonsten droht tatsächlich ein Verkehrsverbot solcher Verpackungen. Das Hauptaugenmerk unserer Branchen liegt dabei auf der verbesserten Sammlung und Sortierung der Flüssigkeitskartons, wo in einigen Regionen großer Nachhol- und Verbesserungsbedarf besteht. Parallel dazu wird der Ausbau der Recyclingkapazitäten sowohl für den Papieranteil (+40% bis 2035) als auch für den Nicht-Faseranteil (+80% bis 2035) flächendeckend vorangetrieben. Dabei sind wir zuversichtlich, dass bei einer höheren verfügbaren Sammelmenge bestehende Kapazitäten erweitert und neue dazu gebaut werden können. Das Interesse der Recycler ist jedenfalls vorhanden.
Welche politischen Maßnahmen und gesellschaftlichen Veränderungen sind notwendig, um das Recycling auf nationaler und globaler Ebene zu verbessern und zu fördern?
Michael Brandl: Die größte Herausforderung liegt in der Sammlung und hier in der richtigen Trennung der Materialien, vor allem durch den Verbraucher! Regelwerke wie z.B. vorgeschriebene Sammelquoten für Flüssigkeitskartons oder landesweit einheitliche, verständliche Vorgaben für das Trennen der Abfallmaterialien sind richtig, müssen aber zum einen in die gesamte Wertschöpfungskette passen und zum anderen auch richtig adressiert und überwacht werden. Es macht keinen Sinn, die Industrie für das Fehlverhalten der Verbraucher zur Kasse zu bitten. Viel sinnvoller sind Aufklärungsmaßnahmen oder eine überwachte „Mülltonnendisziplinierung“ , um sowohl die Sammelmenge in den Tonnen/Säcken zu erhöhen und gleichzeitig auch durch korrekte Zuordnung der Wertstoffe in die richtige Tonnen die Qualität des Sammelgemisches zu verbessern. Das spart zum einen gigantischen und teuren Sortieraufwand in spezialisierten Anlagen und sorgt natürlich für bessere Recyclingmöglichkeiten der Verpackungen, wenn mehr sortenreine Verpackungen mit weniger Unrat in den Recyclingprozess gelangen. Ob eine Incentivierung oder eher Strafen dabei förderlich sind, ist sicherlich unterschiedlich zu bewerten. Jedenfalls sind jede Art von sachgerechter und fachkundiger Information aus unterschiedlichen Quellen wie z.B. die aktuelle Kampagne „Mülltrennung wirkt!“– sehr willkommen.
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